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Projekt: "E C C O" - Begehungen in Europa

Abschnitt 1:
Von Erlangen/Nürnberg bis Palermo über die Regionen: Chemnitz-Görlitz/Zgorzelec, Prag, Triest, Venedig, Korfu, Brindisi.
In künftigen Projektabschnitten werden west-östliche Räume in Europa begangen, wie: Wilnius - Kiew - Istanbul und Castlebar - Rennes - Santiago de Compostella.

Motive:
Immer wieder muß sich der Künstler fragen, wozu er über das Schaffen von unterhaltsamen und dekorierenden Events hinaus gut sein könnte. Seinen ihm eigenen missionarischen Aspekt entfaltet er neu über unkonventionelle Wege zur Aussagefindung.

Aus der virtuellen Anstrengung herausspringend einen frischen, ganz direkten Blick auf die Erscheinungen und Interpretationen finden. Kultur diene der Bewußtseinserweiterung, meint Adorno. Die mitteleuropäische Kunstvorführung lebt zur Zeit vor allem in und von der Präsentation. Den Rahmen kann man weglassen, dafür kriegt die Bilderschau ein hochglänzendes Ambiente. Die Vorführung wird zur Idee und die Idee in der Sache macht sich rar. Dabei klafft die Schere von Schaustellung und Benutzbarkeit weit auseinander. Das von Adorno Festgestellte wendet sich in eine Bewußtseinsverdünnung.
Unmittelbarer Zugriff auf die Dinge. Dem Schauen Raum geben. Im Sehen erleben. Und zwar bis zu jener Anschauung, die eine Vieldimensionalität eröffnet. In der integrierenden Reflexion finden sich dann - fern von eventgierigen Darstellungszwängen - die einfachen Seins- und Arbeitsmittel. Die im gerade Gewohnten sich lebende Welt nach vorne offen, quasi leichtfüßig als ständiges Neuwerden erwandern, liebend auch das, was scheinbar sich entzieht. Also, dass überwunden ist dieses "Verweigern der Ganzheit des Liebens" (Hölderlin, "Abschied"). Dafür einfach den Schritt tun, der selbst sich hebt, dem Mensch gemäß. Da gibt es Wunder, also Ungewohntes, weil dem bisher Geglaubten widersprechend.

Und davon wäre dann zu berichten, von der Besinnung im Gehen in einer künstlerischen Form, die sich aus den mir eigenen Möglichkeiten und dem Gefunden ergibt.

Teilergebnisse der künstlerischen Arbeit werden in Erlangen für die Öffentlichkeit dokumentiert (erstmals Frühjahr 2006). Diese Begehungsnachrichten aus Europa münden schließlich, das Projekt abrundend, in eine Schlussausstellung in Erlangen, die auch - soweit ein geeignetes Ambiente vorhanden ist - von anderen Begehungsorten geordert werden kann.